Antrag: Ehrengrab für den ehemaligen Oberbürgermeister Adolf Wermuth

Nummer: 2019/16
Wahlperiode: 2018/2019 | Region: Lichtenrade-Marienfelde
angenommen

Das Kinder- und Jugendparlament möge beschließen,
dass sich das Bezirksamt im Zuge des 100-jährigen Jahrestages der Vereinigung zu Groß-Berlin im kommenden Jahr bei der Senatskanzlei für die Einrichtung eines Ehrengrabes zugunsten Adolf Wermuths einsetzt.
Adolf Wermuth (1855-1927) diente von 1912 bis 1920 als Oberbürgermeister Berlins bzw. Groß-Berlins. In seine Amtszeit fällt sowohl das Hungerleiden, hervorgerufen durch den ersten Weltkrieg, als auch die Vereinigung zu Großberlin, für welche er die maßgebliche Verantwortung trägt. Beiden Herausforderungen nahm er sich, ohne auf politische Sentimentalitäten Rücksicht zu nehmen, an. Mit dieser Eigenschaft taugt er bis heute als Vorbild.
Mit seinem Drängen auf einheitliche Lebensmittelkarten für den Berliner Großraum milderte er das Hungern der Bevölkerung während der Kriegsjahre und machte sich bereits damit um die Stadt verdient. Hierbei wurde ihm die Notwendigkeit zur Vereinigung des Großraums um Berlin bewusst, die er in den folgenden Jahren vorantrieb und ihm schließlich gelang.
Die Berliner Solidaritätsgemeinschaft, von 1915 bis 1918 das erste Mal von Wermuth erprobt, wurde so institutionalisiert – und nicht zuletzt zementiert setzte er diese doch gegen die Widerstände aus dem Westen bzw. dessen Süden durch, künftig eigenes Steueraufkommen an die Arbeiterviertel abtreten zu müssen.
Er führte Berlin damit zu einer Stadt von Weltrang, zur Zweitgrößten in der Fläche und Drittgrößen in der Bevölkerung. Er schuf ferner das Bild von Berlin, das es bis heute nährt.
Obwohl Wermuth nie ein Mann der großen Bühne war, stellt ein Ehrengrab eine Mindestform des Respekts für einen solch hohen Verdienst dar. Für gewöhnlich sorgt sich eine Partei um das Gedenken und Ehren seiner Würdenträger. Bei Wermuth ist etwas solches, all seinen Errungenschaften zum Trotz, nie geschehen – er starb parteilos.
Auch dieser Bezirk, wenngleich durch die Gebietsreform 2001 entstanden, hätte ohne Wermuth nie zueinander gefunden, sondern wäre noch immer in eine Stadt- und fünf weitere Landgemeinden gespalten.
Näheres über das Wirken Wermuths entnehmen Sie dem Portrait im Tagesspiegel, trefflich betitelt mit „Wie Großberlin entstand: Berlins vergessener Vater“, verfasst durch die Autoren Hönicke und Spannagel.

In der BVV:

Drucksache 1153/XX
Ausschuss Bibliotheken, Bildung und Kultur
Status offen (BVV) - Dieser Antrag wurde in die BVV weitergereicht. Dort wurde er allerdings im Ausschuss oder im Plenum noch nicht abgestimmt und kann somit noch nicht umgesetzt werden.
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